Chronik von 1890 bis 1900

Entwurf der Chronik der Gemeinde Bleiwäsche
für das Jahr 1890

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Bleiwäsche beträgt 583, wovon drei Familien protestantischer Konfession sind, davon eine gemischt, alles übrige katholisch ist. Die Häuserzahl betrug 113. Die kirchlichen Verhältnisse sind seit voriges Jahr unverändert geblieben.
An Steuern wurde für Communalzwecke der 23. Monatliche Betrag der Grund- und Klassensteuer gehoben. Die Gewerbesteuer beträgt 90 %. Im ganzen gab die Gemeinde 1.900 Mark.
Von epidemischen Krankheiten, Wassernot, Hagelschlag und anderen Naturerscheinungen, Krieg und teure Zeiten etc. blieb die Gemeinde verschont. Durch schwere Verbrechen hat sich die Gemeinde nicht in üblen Ruf gebracht.
An patriotischen Festen feiert die Schule ohne Teilnahme der übrigen Gemeindemitglieder den Geburtstag seiner Majestät des Kaisers und den Gedenktag der Schlacht bei Sedan. Sonstige patriotische und Gemeinde-nützliche Handlungen sind nicht zu verzeichnen. Durch Schenkungen, Stiftungen und Vermächtnisse ist die Gemeinde nicht bereichert. Zur Verbesserung der Communalwege verwendet die Gemeinde 150 Mark.
Von hohen und berühmten Personen ist der Ort durch deren Anwesenheit nicht geehrt worden. An öffentlichen Festen feiert man das Schützenfest mit Tanz und Vogelschießen. Mit nützlichen und ehrenvollen Erfindungen, Unternehmungen und Arbeiten einzelner Gemeindemitglieder in Bezug auf Kunst, Literatur oder Gewerbe kann sich die Gemeinde nicht loben.
Das Königreich überfiel eine große Trauer, es starb die [ehemalige, bis 1888] Kaiserin Augusta am 7ten Januar 1890. Auch wurde die (neue) Kaiserin [Auguste Voktoria] in diesem Jahre im Monate Dezember vom 6. Sohne glücklich entbunden.
In diesem Jahre wurde in hiesigem Amte die Orts-Krankenkasse eingeführt.
Was die monatlichen Angaben der stattgefundenen Preise in den verschiedenen Fruchtgattungen angeht, so sei bemerkt, daß der Centner Roggen 8,50 M, der Centner Weizen 9,50 M, der Centner Gerste 9,50 M, der Centner Hafer 7 M, der Centner Heu und Klee 2,60 Mark.
Bezüglich der Witterung im Verlaufe des Jahres sei folgendes bemerkt: Der Winter war anfangs ganz gelinde, es gab wenig Schnee. Der Frühling war naß, so daß es schwer hielt, die Feldfrüchte zur Aussaat zu bringen. Der Sommer war ebenfalls naß bis Ende August. Da gab es sehr gute Witterung, so daß die Feldfrüchte alle trocken nach Hause kamen. Die Ernte war in diesem (Jahr) in allen Fruchtgattungen eine sehr gute zu nennen. Es wurden sogar mehrere (?????) gesetzt, welche in den letzten Jahren hier wenig zu sehe3n waren. Die Kartoffeln waren dagegen sehr schlecht. Der Herbst fing wieder mit Regen an und blieb naß bis Ende November. Da regnete es so schrecklich, daß die großen Gewässer in mehrere Städte und Dörfer eintraten und sehr vielen Schaden hinterlassen haben. Gleich darauf gab es eine schreckliche Kälte, welche auch mehrere Wochen anhielt.

Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1890 sind geboren 27, gestorben 10, getraut 2. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Aufgestellt Bleiwäsche, den 20. Dezember 1890
Die Gemeindevertretung:
B. Wiggen, Joh. Arens, Ferd. Köther, Hötger, B. Wittler.
Der Vorsteher Scholand

1891

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Bleiwäsche betrug 585, waren zwei Familien protestantischer Konfession, davon eine gemischt, alles übrige katholisch ist. Die Häuserzahl beträgt 114. Die kirchlichen Verhältnisse sind seit voriges Jahr unverändert geblieben.
An Steuern wurde für Communalzwecke der 23. monatliche Betrag gehoben der Grund- und Klassensteuer. Die Gewerbesteuer beträgt 90 %. Im ganzen gab die Gemeinde 1221 Mark . Von epidemischen Krankheiten, Wassernot, Hagelschlag und anderen Naturerscheinungen, Krieg und teure Zeiten blieb die Gemeinde verschont. Durch schwere Verbrechen hat sich die Gemeinde nicht in üblen Ruf gebracht.
An patriotischen Festen feiert die Schule ohne Teilnahme der übrigen Gemeindemitglieder den Geburtstag seiner Majestät des Kaisers und den Gedenktag der Schlacht bei Sedan. Sonstige patriotische und Gemeinde nützliche Handlungen sind nicht zu verzeichnen. Durch Schenkungen, Stiftungen und Vermächtnisse ist die Gemeinde nicht bereichert. Zur Verbesserung der Communalwege verwendet die Gemeinde 150 Mark.
Von hohen oder berühmten Personen ist der Ort durch deren Anwesenheit nicht geehrt worden. An öffentlichen Festen feiert man das Schützenfest mit Tanz und Vogelschießen.
Mit nützlichen und ehrenvollen Erfindungen und Arbeiten einzelner Gemeindemitglieder in Beziehung auf Kunst, Literatur oder Gewerbe kann sich die Gemeinde nicht loben.
Es wurde in diesem Jahre die neue zweiklassige Schule gebaut, welche der hiesigen Gemeinde sehr viel Beschwernisse und Unkosten gemacht hat, denn dieselbe sollte anfangs auf dem alten Schulgarten nach Süden hin gebaut werden. Anfangs März wurden dafür sämtliche Mauersteine und Ziegelsteine und zwanzig Meter Grand auf die Baustelle gefahren. Ende März fing der Schulbauunternehmer Franz Backs mit der Fundaments- und Kellerarbeit-Ausschachtung an. Als derselbe die sämtliche Ausschachtung soweit beendet hatte,
kam er auf mehrere alte Bergwerke, und das Gebäude konnte nicht auf den benannten Platz gesetzt werden. Die Gemeinde war genötigt, einen anderen Bauplatz anzukaufen. Sie kaufte das Haus nebst Garten der verstorbenen Witwe Müller, und sobald die Genehmigung höherer Obrigkeit war, fing der Unternehmer Backs mit der Ausschachtung auf dem angekauften Platze an. Der Grundstein zu der neuen Schulde wurde am 9. Juli 1891 gelegt. Wegen des vielen anhaltenden Regens im Sommer wurde der Schulbau nicht beendet, es mußte noch etwas Verputzarbeit im Frühjahr 1892 gemacht werden.
Die Martini-Fruchtpreise waren im Durchschnitt der Rauscheffel Weizen 8,70 M, der Roggen 8,80 M, Gerste 8,50 M, Hafer 3,80 Mark. Der Centner Heu und Klee 3 Mark, der Centner Roggen 2,70 Mark.
Bezüglich der Witterung im Verlaufe des Jahres sei folgendes hervorgehoben: Der Winter fing mit größter Kälte und anhaltendem Schnee an, und blieb auch beständige Kälte bis anfangs März. Da gab es bei Tage beständigen Sonnenschein und des Nachts starken Frost, so daß der Roggen und Klee sehr viel litt und mußte deswegen viel umgesäht werden. Der Frühling fing mit anhaltendem Regen an, so daß es schwer hielt, daß die Sommerfrüchte konnten zur Aussaat gebracht [werden]. Der Sommer war ebenfalls naß. Der Herbst fing dagegen mit guter Witterung an und blieb beständig bis zu Ende. Die Ernte war eine mittelmäßige. Der Roggen ist sehr schlecht geraten, dagegen sind die Sommerfrüchte sehr gut geraten, aber das Rauhfutter mußte wegen des nassen Sommers in voller Blüte abgemäht werden und ist nicht ergiebig an Körnern. Die Kartoffeln sind sehr schlecht geraten.

Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1891 sind geboren 15, gestorben 7, getraut 3. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Aufgestellt Bleiwäsche, den 22. 2. 1892
Die Gemeindevertretung:
B. Wiggen, Joh. Arens, Ferd. Köther, Hötger.
Der Vorsteher Scholand

Entwurf der Chronik der Gemeinde Bleiwäsche für das Jahr 1892

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Bleiwäsche betrug 585, wovon zwei Familien protestantischer Konfession, alles übrige katholisch ist. Die Häuserzahl beträgt 114. Die kirchlichen Verhältnisse sind seit voriges Jahr unverändert geblieben.
An Steuern wurde für Communalzwecke der 23. monatliche Betrag der Grund- und Klassensteuer gehoben. Die Gewerbesteuer beträgt 90 %. Im ganzen gab die Gemeinde [?????]. Von epidemischen Krankheiten, Wassernot, Hagelschlag und anderen Naturerscheinungen, Krieg und teure Zeiten blieb die Gemeinde verschont. Durch schwere Verbrechen hat sich die Gemeinde nicht in üblen Ruf gebracht.
An patriotischen Festen feiert die Schule ohne Teilnahme der übrigen Gemeindemitglieder den Geburtstag seiner Majestät des Kaisers und den Gedenktag der Schlacht bei Sedan.
Sonstige patriotische und Gemeinde nützliche Handlungen sind nicht zu verzeichnen. Durch Schenkungen, Stiftungen und Vermächtnisse ist die Gemeinde nicht bereichert. Zur Verbesserung der Communalwege verwendet die Gemeinde 150 Mark.
Von hohen oder berühmten Personen ist der Ort durch deren Anwesenheit nicht geehrt worden. An öffentlichen Festen feiert man das Schützenfest mit Tanz und Vogelschießen.
Mit nützlichen und ehrenvollen Erfindungen und Arbeiten einzelner Gemeindemitglieder in Beziehung auf Kunst, Literatur oder Gewerbe kann sich die Gemeinde nicht loben.

Der Schulbau, der im Jahre 1891 nicht beendigt ist, wurde in diesem Jahre vollendet, und Anfangs August wurde der Unterricht darin zuerst erteilt. Im Anfange dieses Jahres brach in hiesiger Gemeinde eine schwere Krankheit aus, so daß in acht Tagen 8 Mann in dieser kleinen Gemeinde starben; es waren meist alte und schwächliche Leute ausgenommen der Tagelöhner Joseph Schäfer. Die Krankheit hielt bei den meisten 4 – 6 Wochen an. 40 - 50 Personen waren von derselben überfallen.
Die Martini-Fruchtpreise waren im Durchschnitt der Centner Weizen 8,50 M, Roggen 7,50 M, Gerste 7 M, Hafer 7,20 Mark. Der Centner Heu und Klee 3,50 Mark.
Bezüglich der Witterung im Verlaufe des Jahres sei folgendes hervorgehoben: Der Winter fing mit großer Kälte an und blieb auch beständig bis Anfangs März. Da gab es Tauwetter und blieb auch gute Witterung. Der Frühling fing mit guter Witterung an, derselbe wurde aber im Monate Mai rauh und trocken, so daß die Feldfrüchte nicht aufgehen konnten, obwohl die Aussaat früh beendet war. Der Sommer war ebenfalls trocken und sehr heiß, so kam der Roggen schon Ende Juli zur Reife. Der Herbst war ebenfalls trocken, so daß alle Brunnen in hiesiger Gemeinde trocken waren. Der Wassermangel in mehreren Gemeinden war groß, auch bei den hiesigen Gemeindebrunnen wurde der Wassermangel groß, daß der Tag und die Nacht benutzt werden mußte, daß die Gemeinde ihren Bedarf davon hatte.
Die Ernte war in diesem Jahre eine mittelmäßige zu nennen. Der Roggen ist gut geraten. Die Sommerfrüchte sind mittelmäßig geraten. Die Kartoffeln sind sehr gut geraten.

Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1892 sind geboren 19, gestorben 24, getraut 3. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Aufgestellt Bleiwäsche, den 6ten Januar 1893
Die Gemeindevertretung:
B. Wiggen, Ferd. Köther, August Hötger, Becker, Johann Elei.
Der Vorsteher Scholand

1893

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Bleiwäsche betrug 585, wovon zwei Familien protestantischer Konfession, alles übrige katholisch ist. Die Häuserzahl beträgt 114. Die kirchlichen Verhältnisse sind seit voriges Jahr unverändert geblieben.
Die Communalsteuer, welche in dem vorigen Jahre 190 % betrug, mußte dieses Jahr bis zu 257 % erhöht werden, damit die Zinsen des angeliehenen Kapitals zum Bau der neuen Schule konnten gedeckt werden. Die Gewerbesteuer beträgt 100 %. Im Ganzen gab die Gemeinde 2.200 Mark Communalsteuer.
Von epidemischen Krankheiten, Wassernot, Hagelschlag und anderen Naturerscheinungen, Krieg und teure Zeiten blieb die Gemeinde verschont. Durch schwere Verbrechen hat sich die Gemeinde nicht in üblen Ruf gebracht.
An patriotischen Festen feiert die Schule ohne Teilnahme der übrigen Gemeindemitglieder den Geburtstag seiner Majestät des Kaisers und den Gedenktag der Schlacht bei Sedan.
Sonstige patriotische und Gemeinde nützliche Handlungen sind nicht zu verzeichnen. Durch Schenkungen, Stiftungen und Vermächtnisse ist die Gemeinde nicht bereichert. Zur Verbesserung der Communalwege verwendet die Gemeinde 200 Mark.
Von hohen oder berühmten Personen ist der Ort durch deren Anwesenheit nicht geehrt worden. An öffentlichen Festen feiert man das Schützenfest mit Tanz und Vogelschießen.
Mit nützlichen und ehrenvollen Erfindungen und Arbeiten einzelner Gemeindemitglieder in Beziehung auf Kunst, Literatur oder Gewerbe kann sich die Gemeinde nicht loben.
Im Laufe des Jahres 1893 fand die Heiratung des jüngsten Schwester seiner Majestät des Kaisers mit dem Prinzen Friedrich Karl Ludwig von Hessen statt.
Die Auflösung des Reichstag fand im Monat Mai statt. Die Neuwahl des Reichstags war am 15. Juni. Die Militärvorlage war im Monat Juni. Die Neuwahl zum Landtage war am 31. Oktober. Bei der Viehzählung am 1. Dezember waren in hiesiger Gemeinde 210 Stück Rindvieh und 224 Schweine.
Auch ist im Laufe dieses Jahres von königlicher Regierung der Antrag gestellt worden zur Aufbesserung der Lehrergehälter, aber die hiesige Gemeindevertretung hat den Antrag ablehnen müssen, weil die hiesige Gemeinde jetzt schon 257 Gemeindesteuer zahlen muß, um die laufenden Abgaben zu bestreiten.
Die Einführung der mitteleuropäischen Zeit fand am 1. April statt.
Bezüglich der Witterung im Verlaufe des Jahres sei folgendes hervorgehoben: Der Winter fing mit beständiger Kälte an und blieb auch anhaltend bis Ende Februar. Da gab es Tauwetter und blieb auch gelinde. Der Frühling stellte sich zur rechten Zeit ein und ließ wegen seiner Dauerhaftigkeit [auf] ein gutes Jahr schließen. Allein der Beherrscher dieser Welt hatte es in seinen unerforschlichen Ratschlüssen anders beschlossen, denn der das Gedeihen der Feldfrüchte fördernde Regen blieb aus. In fast 5 Monaten ließ [sich] keine Wolke am Himmel sehen. Der nächtliche Tau wurde von der brennenden Sonnenhitze bald verzehrt. Es war alles so trocken, daß Ende Juni schon sämtliche Weiden, auch die trockeneren Wiesen ganz verbrannt waren. Das Vieh mußte auf der Weide großen Hunger leiden. Die Gemeindevertretung wurde genötigt, sich an königl. Regierung zu verwenden, um Weide aus den königl. Waldungen zu erhalten. Der Bittgesuch wurde auch von der königlichen […] genehmigt, und die hiesige Gemeinde bekam alle Schonungen des Forstreviers für dienen angemessenen Preis. Auch die Schonungen hatten wegen der Dürre wenig Gras. Auch die Wassernot wurde an mehren Orten groß, obwohl die hiesige Quelle noch immer den Bedarf lieferte für die Gemeinde. In den Monaten August und September gab es bisweilen etwas Regen, und die Weiden und Wiesen wurden wieder erquickt, und die meisten wurden im September noch gemäht.
Der Herbst fing mit guter Witterung an, es gab auch bisweilen Regen. Der Monat Dezember fing mit Frostwetter an, aber die Witterung war nicht beständig. Die Ernte war in hiesiger Gemeinde eine mäßige. Der Roggen und auch die Kartoffeln sind gut geraten. Der Hafer dagegen ist schlecht geraten, aber reichlich an Körnern. Das Raufutter ist meistenteils an der Erde vertrocknet. Es muß deswegen das ganze Raufutter für den Frühjahr gekauft werden, welches in hiesiger Gemeinde noch nie der Fall gewesen ist. Heu und Klee ist wegen der Dürre wenig gewachsen. Der Flachs ist sehr kurz geblieben. Im Herbst gab es viel Mäuse, welche dem jungen Roggen viel geschadet haben. Der königl. Landrat Freiherr von Öhnhausen gab eine Polizeiverordnung an sämtliche Grundbesitzer bei gesetzlicher Polizeistrafe, Alle Maßregeln anzuwenden, um die Mäuse zu vertilgen.
Die Fruchtpreise waren im Du4rchschnitt der Centner Weizen 8 Mark, Roggen 6,50 Mark, Gerste 7 Mark, Hafer 8 Mark. Der Zentner Heu und Klee 4 Mark.

Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1893 sind geboren 17, gestorben 11, getraut 3. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Aufgestellt Bleiwäsche, den 10ten Januar 1894
Die Gemeindevertretung:
B. Wiggen, Ferd. Köther, Johann Arens, Hötger, Johann Elei.
Der Vorsteher Scholand

1894

Das Jahr 1894 fing mit beständigem Frostwetter an. Den 4. Und 5. Januar war es sehr kalt, am 5. waren 18 Grad Kälte. Den 6. Januar wurde es wieder gelinde und blieb so bis zum 15. Da gab es wieder Frostwetter und blieb beständig bis anfangs Februar. Nun gab es Tauwetter und blieb gelinde bis den 14. Februar, wo es etwas Schnee und gelindes Frostwetter gab bis Ende Februar.
Der März fing mit guter Witterung an und blieb auch gut bis zum 4. Den 5., 6., 7. Und 8. gab es Schnee und auch zuweilen Regen. Am 9. war schöne Witterung, dagegen am 10. Und 11. regnete es wieder. Den 12. des Nachts Frostwetter und bei Tage gute Witterung. Am 16. gab es Schnee, derselbe wurde aber von der Wärme der Sonne gleich verzehrt. Nun gab es gute Witterung und blieb anhaltend bis Ende März.
Der Monat April fing mit guter Witterung an und blieb auch anhaltend gute Witterung bis zum 17. April. Da gab es einen warmen Regen. Am 18ten wurde es wieder gute Witterung bis zum 27. April, wo es des Nachmittags um 4 Uhr ein Gewitter gab, worauf es kühl wurde und blieb bis zu Ende.
Der Mai fing mit Nebel und sehr kühler Witterung an bis zum 5ten Mai: Da gab es noch viel Schnee und sehr kalte Witterung. Hiernach gab es gute Witterung, aber des Nachts gab es Frost und blieb auch anhaltend gut und trocken. Am 26. gab es des Nachmittags um 4 Uhr ein Gewitter und auch etwas Regen. Am 27. gab es wieder kalte Witterung bis zu Ende des Monats.
Am 1ten Juni des Nachmittags um 5 Uhr gab es ein Gewitter, wonach es sehr rauh und kalt wurde und blieb auch kalt bis zum 7ten. Da gab es Regenwetter und blieb auch kalt und regnerisch bis den 18ten, wo es des Nachmittags um 4 Uhr ein Gewitter gab. An den Feldfrüchten geschah kein Schaden. Am 19. gab es Regenwetter bis zum 22. Nun gab es gute und warme Witterung bis zum Ende des Monats.
Der Monat Juli fing mit kalter Witterung an und es gab fast jeden Tag Regen. Am 12ten Juli des Nachmittags um 5 Uhr gab es ein heftiges Gewitter, auch etwas Hagel, besonders in der Madfelder Flur. Den 23. Und 24. Juli war gute Witterung und sehr heiß, den 25ten gab es des Abends um 9 Uhr wieder ein schreckliches Gewitter, welches die ganze Nacht anhielt. Es gab auch sehr viel Regen, welcher auch einige Tage anhielt. Am 28ten gab es gute Witterung bis zu Ende.
Der Monat August fing mit kaltem Regenwetter an und blieb anhaltend bis den 26ten, wo es den ganzen Tag hindurch mehrere Gewitter gab und auch viel Regen. Den 27. gab es gute Witterung bis Ende des Monats.
Der September fing mit guter und warmer Witterung an bis zum 7ten, da gab es Regenwetter bis den 21sten. Da gab es des Abends um 11 Uhr ein Gewitter und auch sehr viel Regen bis den 23sten, wo es wieder ziemlich gute Witterung war. Den 24. gab es Regenwetter und auch jeden Tag bis zum 30sten.
Der Oktober fing mit guter Witterung an bis den 5ten es gab wieder Regen. Am 6. gab es wieder gute Witterung bis zum 14ten, da gab es Regenwetter bis zum 20. Den 21. war es sehr windig. Den 22. war ziemlich gute Witterung bis den 26sten, da gab es wieder Regen und sehr viel Wind. Am 27. gab es gute Witterung bis zum 30. wo es wieder sehr viel Regen gab.
Der Monat November fing mit guter Witterung an und blieb auch gut bis den 14ten. Am 15ten war es sehr windig, dann wurde es wieder gelinde bis zum 26. Da gab es Frostwetter und blieb auch anhaltend kalt bis Ende des Monats.
Der Dezember fing mit ganz gelinder Witterung an und blieb auch so bis den 10ten, da gab es Frostwetter, aber bei Tage schöne Witterung bis zum 14ten. Da gab es wieder Regenwetter bis zum 19ten. Da gab es Schnee und Regen bis zum 25., da wurde es hell und kalt. Dann wurde es gelinde bis zum 29., da gab es Schnee und Frostwetter bis zu Ende des Monats.
Im Monat April wurde für den Rücktritt des Herrn Regierungspräsidenten von Pilgrim der Herr Regierungspräsident Arnstedt ernannt.
Weil der Herr Landrat Freiherr von Oynhausen wegen Krankheit mehrere Monate beurlaubt wurde, wurde die Stelle von den königl. Assessor von Sovigny besetzt. Der Reichskanzler Graf von Caprio hat sein Amt niedergelegt. Die Stelle wurde durch den Fürst Hohenlohe besetzt.
Es starb in diesem Jahre die Gattin des Fürsten Bismark. Es wurde auch im Laufe dieses Jahres in Berlin ein neues Regierungsgebäude gebaut.
Die Einwohnerzahl der hiesigen Gemeinde beträgt 580; waren drei Familien protestantischer Konfession, alle übrigen katholisch sind. Die Häuserzahl beträgt 114. Es starb am 24. August der Pfarrer Bortefeld in dem Alter von 73 Jahren. Derselbe hatte wegen seines hohen Alters und Schwächlichkeit schon 9 Monate einen Kaplan gehabt. Dieser ist auch bis jetzt noch Pfarrverweser.
An Kommunalsteuern bezahlt die hiesige Gemeinde 250% und 24% Kreissteuer. Die Gewerbesteuer beträgt 100%. Im ganzen zahlt die Gemeinde 2560 Mark Kommunalsteuer.
Die Ernte war in diesem Jahre eine ziemlich gute, besonders der Roggen und das Raufutter. Die Fruchtpreise sind sehr niedrig, der Centner Weizen kostet 6,50 Mark, der Centner Roggen 5,50 Mark, der Centner Hafer 5 Mark, der Centner Gerste 5,50 Mark, der Centner Heu und Klee 2,25 Mark.

Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1894 sind geboren 20, gestorben 16, getraut 2. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Die Richtigkeit wird von der Gemeindevertretung anerkannt.
Bleiwäsche, den 11ten Januar 1895
Die Gemeindevertretung:
J. Balkenhol, J. Tacken, B. Wiggen, F. Köther, Hötger.
Der Vorsteher Scholand


1895

Der Monat Januar fing mit Schnee und kalter Witterung an und blieb auch anhaltend bis zum 15., da gab es Tauwetter und blieb auch gelinde bis zum 20sten. Nun fing es an zu regnen bis den 23sten, wo es wieder kalte Witterung gab und beständige Kälte bis zu Ende.
Der Monat Februar fing mit kalter Witterung an und blieb auch anhaltende Kälte bis den 20., da wurde die Witterung etwas gelinder, aber jeden Tag auch mehr Schnee bis Ende des Monats.
Der Monat März fing mit gelindem Frostwetter an und blieb auch bis den 10., da gab es Tauwetter, aber zuweilen etwas Frost des Nachts. Es blieb auch gelinde bis zum 20sten. Es gab Regen und Schnee bis den 22sten, wo es gute Witterung gab bis zum 24. Da gab es Regen und sehr windig. Vom 26. gab es fast jeden Tag Regen Schnee bis zum Ende.

Der April fing mit guter Witterung an und blieb auch gute Witterung bis zum 6ten. Da wurde es sehr windig und regnerisch bis den 10ten. Da wurde es warm bis zum 12ten. Da gab es raue kalte Witterung bis den 18ten. Den 19ten gab es gute Witterung bis den 25sten. Am 26sten und 27sten gab es jeden Tag ein Gewitter. Nun wurde gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Mai fing mit warmer guter Witterung an bis den 5ten, da wurde es wieder windig und regnerisch bis den 10ten. Da gab es ein Gewitter. Nun wurde gute Witterung bis den 15ten, da gab es viel Regen. Am 18ten gab es Schnee, den 19ten wurde wieder gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Juni fing mit Regenwetter an bis den 3ten, da wurde gute Witterung bis zum 14ten. Da gab es kalte regnerische Witterung bis den 17ten. Es wurde wieder gute Witterung bis zum 25sten. Da gab es Regen bis zum 27., wo es wieder gute Witterung gab bis zu Ende.
Der Monat Juli fing mit, rauher, kalter Witterung an. Am 2. Juli gab es des Nachmittags ein Gewitter, es blieb auch rau und kalt bis zum 5ten. Es wurde nun warm und gut bis zum 12ten. Es gab wieder Regen und kalte Witterung bis den 19ten. Da gab es des Nachmittags um 2 Uhr ein Gewitter und kühle Witterung bis den 24sten. Vom 26sten ab gab es jeden Tag ein Gewitter, aber wenig Regen. Am 28sten gab es gute Witterung bis zu Ende.
Der Monat August fing mit kühler Witterung an und es gab bald jeden Tag etwas Regen bis zum 10ten. Da entstand warme Witterung bis zum 12ten. Hiernach folgte wieder Regenwetter bis zum 15ten. Es wurde wieder gutes Wetter bis den 24sten. Am 25sten war ein Gewitter. Da gab es gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat September fing mit sehr warmer und guter Witterung an bis zum 7ten. Am 7ten waren mehrere Gewitter. Von da ab war gute Witterung bis den 11ten. Hiernach folgte Regenwetter bis den 16ten. Da gab es sehr gute Witterung bis zu Ende.
Der Monat Oktober fing mit Regenwetter an bis den 17ten. Hierauf folgte wieder gute Witterung bis zum 23sten. Danach gab es des Nachts etwas Schnee und blieb Frostwetter bis Ende des Monats.
Der Monat November fing mit nächtlichem Frostwetter an und bei Tage gute Witterung bis zum 7ten. Da gab es wieder Regenwetter bis den 13ten. Am 14ten wurde gute Witterung bis zum 19ten. Hierauf folgte kalte Witterung bis zu Ende des Monats.
Der Monat Dezember fing mit Tauwetter an bis zum 5ten, da gab es sehr viel Regen bis den 8ten. Am 9ten gab es unbeständige Witterung bis 15ten. Danach gab es kalte Witterung. Am 24sten und 25sten gab es viel Schnee und es war sehr windig. Da wurde es wieder kalte Witterung bis Ende des Monats.

Die Häuserzahl der hiesigen Gemeinde beträgt 114. Dieselbe ist in diesem Jahre wieder um eine Hofstelle kleiner geworden, denn es brannte am zweiundzwanzigsten Januar des Morgens um 8 Uhr das Haus des Heinrich Bange und Ignaz Bunse total ab, und keiner von beiden hat wieder neu aufgebaut.
Die Pfar4rstelle der hiesigen Gemeinde wurde im Monate November wieder besetzt durch den Pfarrer Weber, bis an diese Zeit hatte sie der Kaplan Sprenger versehen.
Im Monat Juni wurde dem Herrn Landrath ….. die Landrathsstelle des Kreises Büren übertragen. Den 15ten Juli starb der Geheime Regierungsrat Friederich Maier im 68. Lebensjahr.
Die Ernte war in diesem Jahr eine mittelmäßige zu nennen. Der Hafer war ziemlich geraten, aber der Roggen mußte wegen des vielen Schnees, welcher anfangs Januar gefallen war und liegen blieb bis Mitte März, meist all umgesäht werden. Es mußte fast wieder sämtlicher Saatroggen aus den Nachbarorten angekauft werden, wovon die hiesige Gemeinde einen großen Verlust hatte. Heu und Klee waren dagegen ganz gut geraten. Das Rauhfutter ist dagegen schlecht geraten. Die ‚Seelenzahl der Gemeinde betrug bei der Volkszählung am 2. Dezember 598. Die Martini-Fruchtpreise sind der Centner Roggen6,70 Mark, der Centner Weizen 7 Mark, der Hafer 5,40 Mark.

Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1895 sind geboren 22, gestorben 10, getraut 5. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Bleiwäsche, den 16ten Januar 1896
Die Gemeindevertretung:
J. Tacken, B. Wiggen, F. Köther, Hötger.
Der Vorsteher Scholand

 

1896

Der Monat Januar fing mit gelindem Frostwetter an und blieb auch beständig bis zum 15., da gab es Tauwetter bis zum 20sten. Hierauf folgte wieder gelindes Frostwetter bis Ende des Monats.
Der Monat Februar fing mit guter Witterung an bis den 6., wo es etwas Regenwetter gab bis zum 15ten. Am 15. gab es Schnee. Den 16ten wurde es hell und kalt. Am 20sten wurde es sehr windig und kalt, blieb auch beständige Kälte bis zu Ende.
Der Monat März fing mit Schnee und Regenwetter an bis den 7ten, wo es den Nachts um 12 Uhr ein Gewitter gab und dabei sehr windig wurde. Vom 8. bis 10. gab es viel Regen. Den 10ten bis zum 17ten gab es Schnee und Regenwetter. Am 17ten gab es schöne Witterung bis den 22sten. Von jetzt an gab es jeden Tag ein Gewitter bis zum 28sten, wo es wieder Schnee gab bis Ende des Monats.
Der Monat April fing mit Schnee an, und es gab auch jeden Tag Schnee bis den 5ten, worauf Regenwetter folgte bis zum 24sten, wo es ziemlich gute Witterung gab und blieb bis zu Ende.
Der Monat Mai fing mit guter Witterung an, und des Nachts gab es etwas Frost. Am 6ten wurde es rau und kalt, am 10ten gab es gute Witterung bis zum 14ten. Da wurde es wieder kalt bis den 17ten, wo es wieder Regenwetter gab bis den 22sten. Hiernach gab es gute Witterung bis den 28sten, da gab es nachts ein Gewitter. Darauf wurde es wieder rau und kalt bis Ende des Monats.
Der Monat Juni fing mit guter Witterung an bis den 4ten. Da gab es ein Gewitter und auch jeden Tag bis den 8ten. Dann gab es gute Witterung. Den 9ten gab es nachmittags um 5 Uhr ein heftiges Gewitter. Den 10ten bis 13ten gab es jeden Tag ein Gewitter. Hierauf folgte gute Witterung bis zum 24sten, da gab es ein Gewitter. Am 25sten gab es gute Witterung bis den 29sten, wo es wieder Gegenwetter gab bis Ende des Monats.
Der Monat Juli fing mit kalter regnerischer Witterung an, am 4ten und 5ten war es sehr windig. Den 6ten gab es warme, gute Witterung bis zum 16ten. Danach gab es zwei Tage Regenwetter. Hierauf folgte gute Witterung bis den 28sten, wo es wieder Regenwetter gab bis Ende des Monats.
Der Monat August fing mit warmer, guter Witterung an bis den 13ten. Da gab es Regenwetter bis zum 21sten. Da wurde es warm bis den 23sten. Danach folgte wieder Regen bis zum 28sten. Da gab es gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat September fing mit ziemlich guter Witterung an. Vom 2ten gab es jeden Tag ein Gewitter bis den 7ten. Da gab es gute Witterung bis den 15ten. Am 16ten und 17ten Regen. Da gab es gute Witterung bis den 26sten. Am 27sten gab es Regenwetter bis Ende des Monats.
Der Monat Oktober fing mit guter Witterung bis den 11ten an. Am 11ten gab es etwas Regen. Den 12ten wurde es wieder gute Witterung bis zum 16ten, da wurde es rau und kalt bis den 21sten. Am 21sten gab es wieder gute Witterung bis den 25sten. Am 25sten war es rau und sehr windig. Den 26sten gab es gute Witterung bis Ende des Monats. Der Monat November fing mit guter Witterung an. Am 3ten regnete es, den 4ten gab es helle und kalte Witterung bis zum 10ten. Da gab es Regenwetter bis den 16ten. Da entstand gute Witterung bis den 21sten. Da wurde es kalt und blieb auch bis zu Ende.
Der Monat Dezember fing mit kalter Witterung an bis zum 8ten. Da gab es Tauwetter und blieb auch gelinde bis den 15ten. Am 15ten gab es Schnee bis den 17ten, dann gab es Frostwetter bis zum 27sten. Am 27sten gab es Regenwetter bis Ende des Monats.
Die Häuserzahl der hiesigen Gemeinde beträgt 114. Die Seelenzahl betrug bei der Volkszählung 1895 am 2. Dezember 598.
Die Fräulein Lehrerin Katharina Thombansen wurde in diesem Jahre von hier nach Stukenbrock versetzt, an ihre Stelle kam am 1sten April die Lehrerin Maria Könighorst.
Die Steine zu dem bevorstehenden neuen Kirchenbau wurden im September verdungen, und es übernahm ein Johann Sprenger und Anton Eggert. Dieselben erhielten für jedes Mal zu fahren und zu brechen 3 Mark, und wurden noch im Laufe dieses Jahres 800 m bei die Baustelle gefahren.
Die Ernte war in diesem Jahre eine mittelmäßige. Heu und Stroh waren gut geraten. Aber sämtliche Feldfrüchte waren wegen des vielen Regens im Monat Juli und August nicht ergiebig an Körnern. Die Kartoffeln sind in diesem Jahre schlecht geraten. Die Martini-Fruchtpreise waren der Centner Weizen 7,50 M, der Centner Roggen 6,50 M, der Centner Hafer 6,30 M.
Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1896 sind geboren 26, gestorben 4, getraut 4. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Die Richtigkeit wird von der Gemeindevertretung anerkannt.
Bleiwäsche, den 10ten Januar 1897
Die Gemeindevertretung:
Ferd. Köther, Heinrich Hillebrand, J. Tacken, Johann Balkenhol, B. Wiggen.
Der Vorsteher Scholand


1897

Der Monat Januar fing mit kalter Witterung an, am 6ten entstand gelindes Frostwetter bis zum 21sten. Da gab es Schnee und Sturm, welche Witterung bis Ende des Monats anhielt.
Der Monat Februar fing mit Tauwetter an bis zum 8ten, da gab es Frostwetter bis zum 14ten. Am 14ten gab es Regen bis den 16ten. Da wurde es hell und kalt bis Ende des Monats.
Der Monat März fing mit guter Witterung an. Am 3ten gab es Schnee und Regenwetter bis zum 7ten. Da gab es Frostwetter bis zum 18ten. Vom 18ten bis 21sten gab es jeden Tag ein Gewitter und sehr windig. Am 21sten gab es gute Witterung bis den 27sten. Da gab es Regen und Schnee bis Ende des Monats.
Am 1., 2. und 3. April war Regenwetter, am 4ten war es rau und windig. Den 5ten gab es gute Witterung bis zum 11ten. An diesem Tage regnete es. Den 12ten wurde wieder gute Witterung bis zum 17. Da gab es Regenwetter bis zum 24. Da wurde es rau und kalt bis zum 28. Den 28sten und 29sten gab es jeden Tag ein Gewitter, am 30sten war gute Witterung.
Am 1. Mai gab es des Nachmittags um 3 Uhr ein Gewitter und viel Regen. Den 2ten gab es gute Witterung bis zum 7ten. Am 7ten gab es Regenwetter bis den 9ten. Dann gab es Schnee und Regen bis zum 14ten. Am 15ten war es rau und kalt. Den 16ten gab es gute Witterung bis zum 24sten. Am 25sten regnete es. Da wurde gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Juni fing mit guter Witterung an bis den 5. Am 5ten gab es Nebel und kühle Witterung bis den 9. Den 10. gab es gute Witterung bis zum 17. Da war es rau und kalt bis zum 19. Da gab es warme gute Witterung bis zum 25. Da gab es Regenwetter bis den 27. Da wurde gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Juli fing mit warmer und guter Witterung an. Am 6. wurde es rau und regnerisch bis den 8., da gab es gute Witterung bis zum 16ten. Da gab es unbeständige regnerische Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat August fing mit Nebelwetter an bis den 3ten, da gab es gute Witterung bis zum 7. Da gab es ein Gewitter. Darauf gab es gute Witterung bis den 15ten, da gab es kühle Witterung bis zum 24sten. Da wurde es gute Witterung bis den 27sten. Am 27sten gab es Regenwetter bis Ende des Monats.
Der Monat September fing mit Regenwetter an bis den 11ten, da gab es gute Witterung bis den 17ten. Da gab es Regenwetter und kalte Witterung bis den 23sten. Hierauf gab es gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Oktober fing mit guter und warmer Witterung an bis zum 10ten, da gab es Regenwetter bis zum 15ten. Darauf gab es gute Witterung bis zum Ende des Monats.
Der Monat November fing mit rauer, kalter Witterung an bis zum 6ten, da gab es warme gute Witterung bis den 18ten. Da gab es Regen und trübe Witterung bis den 22sten. Am 22sten gab es gute Witterung bis den 25sten. Da gab es Regenwetter bis zu Ende.
Der Monat Dezember fing mit Schnee und unbeständiger Witterung an bis den 5ten, da gab es gelinde Witterung bis den 8ten. Da gab es Regen und ungestüme Witterung bis zum 12ten. Darauf wurde es wieder gute Witterung bis den 18ten. Da gab es gelindes Frostwetter und schöne Witterung bis Ende des Monats.
Es kam in diesem Jahre der Kirchenbau zu Stande, welcher schon seit 15 Jahren mit vielen Schwierigkeiten verknüpft war. Die Mauersteine waren schon im vorigen Jahre in der Gemeinde Steinbruche gebrochen worden. Die Kirche wurde im Monat April mindestfordernd verdungen, und es übernahm die Maurerarbeit der Mauermeister Todt aus Wellau. Die Zimmerarbeit übernahm der Zimmermeister Susewind aus Olsberg. Die übrigen Arbeiten wurden in mehreren Posten abgegeben. Der Grundstein zu der neuen Kirche wurde am 22. Juni gelegt. Die Einweihung der neuen Kirche fand am 14. Dezember durch den Dechant Wacker aus Wünnenberg statt. Die Kirchenkollekte aus der Diözese Paderborn hat 7.700 Mark eingebracht, welche schon 1896 abgehalten worden ist. Die Hauskollekte hat in den Regierungsbezirken Minden und Münster 12.200 Mark eingebracht. Die Gemeinde hat bis jetzt von der Hilfsbank in Münster 15.000 Mark auf Amoration zu 4½ % geliehen. Der Turm der Kirche ist bis jetzt noch nicht fertig, er muß im Jahre 1898 fertiggestellt werden.
Die Ernte war in diesem Jahre eine ziemlich gute. Besonders war der Roggen gut gewachsen, desgleichen auch Heu und Klee. Die Kartoffeln sind in diesem Jahre gut geraten. Die martini-Fruchtpreise waren der Centner Weizen 8 Mark, der Centner Roggen 7 Mark, der Centner Haber 6,50 Mark.
Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1897 sind geboren 16, gestorben 16, getraut 0. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Die Richtigkeit wird von der Gemeindevertretung anerkannt.
Bleiwäsche, den 3. Januar 1898
Die Gemeindevertretung:
Ferd. Köther, J. Tacken, Johann Balkenhol, B. Wiggen, Hötger.
Der Vorsteher Scholand


1898

Der Monat Januar fing mit guter Witterung an bis zum 5ten, da gab es Regenwetter bis den 12ten. Darauf wurde gelindes Frostwetter bis den 20sten. Da gab es wieder Regenwetter bis zum 27sten. Am 27sten gab es gute Witterung bis zu Ende.
Der Monat Februar fing mit Regenwetter an bis den 16ten. Am 17ten gab es Schnee fast jeden Tag bis Ende des Monats.
Der Monat März fing mit Schnee und ungestümer Witterung an bis den 6ten, da gab es gelindes Frostwetter bis zum 14ten. Da gab es Regenwetter bis zum 23sten. Am 24sten gab es Schnee, den 25sten trübe Witterung. Am 27sten wurde gute Witterung bis zu Ende.
Der Monat April fing mit rauer und kalter Witterung an bis den 4ten. Dann wurde es warm und gute Witterung bis den 9ten. Den 10ten gab es Regenwetter bis den 12ten, da wurde es sehr rau und kalt bis den 14ten. Da gab es Regenwetter bis den 19ten. Da wurde es kühle Witterung bis zum 26sten. Am 27sten wurde warme und gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Mai fing an mit guter Witterung bis den 6ten, am 7ten gab es sehr viel Regen. Den 8ten gab es gute Witterung bis den 10ten, den 11ten Regenwetter bis den 20sten. Am 22sten gab es gute Witterung bis den 29sten, am 30sten und 31sten wieder Regen.
Der Monat Juni fing mit guter Witterung an. Am 3ten und 4ten war es rau und kalt. Da wurde es gelinde bis den 7ten. Am 7ten gab es viel Regen, den 8ten wurde gute Witterung bis den 23sten. Da gab es ein Gewitter. Ab 23sten war gute Witterung, den 26sten gab es Regen bis den 28sten. Da wurde gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Juli fing mit Regenwetter an bis den 12ten, da gab es gute und warme Witterung bis den 19ten. Da gab es wieder Regenwetter. Den 20sten gab es wieder warme und gute Witterung bis den 29sten. Am 29sten fing es an zu regnen bis Ende des Monats.
Der Monat August fing mit guter Witterung an und blieb auch warm und gut bis den 9ten. Am 9ten gab es Regenwetter bis den 11ten. Da gab es wieder gute Witterung bis den 17ten. Am 17ten war ein Gewitter. Da wurde es wieder warm und gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat September fing mit sehr rauer und kalter Witterung an. Am 3ten gab es Regenwetter bis zum 5ten, da gab es warme und gute bis den 22sten. Da wurde es rau und kalt bis 24sten. Am 25sten gab es gute Witterung bis Ende.
Der Monat Oktober fing mit guter Witterung an bis zum 5ten. Da gab es raue und kalte Witterung bis den 13ten. Da wurde gute Witterung bis den 16ten. Am 17ten gab es wieder Regenwetter bis den 22sten, da gab es gute Witterung bis zu Ende.
Der Monat November fing mit guter Witterung an und blieb auch gut bis den 16ten. Am 17ten regnete es, hierauf gab es gute Witterung bis den 22sten. Den 23sten regnete es. Dann wurde gute Witterung bis Ende.
Der Monat Dezember fing mit guter Witterung an bis den 3ten, da gab es kalte regnerische Witterung bis den 11ten. Da gab es gute Witterung und gelindes Frostwetter bis den 28sten. Da fing es an zu regnen bis zu Ende.
Der Turm der neuen Kirche, welcher im vorigen Jahre nicht vollendet wurde, ist in diesem Jahre fertiggestellt. Es starb auch in diesem Jahre Der Fürst Bismarck. Er hat sein Amt lange verwaltet und starb in einem sehr hohen Alter. Der bisher hier gewesene Lehrer Bollens wurde im November in ……. Versetzt, und an seiner Stelle kam der Lehrer Maier.
Die Ernte war in diesem Jahre eine ziemlich gute. Der Roggen hatte durch den vielen Schnee im März noch viel gelitten und war deshalb sehr dünn. Heu und Klee waren in diesem Jahr gut geraten und auch das Raufutter, aber dieses ist nicht ergiebig an Körnern. Die Kartoffeln sind in diesem Jahre schlecht geraten. Die Martini-Fruchtpreise waren der Centner Roggen 7 Mark, der Centner Hafer 8 Mark, der Centner Weizen 8 Mark.
Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1898 sind geboren 17, gestorben 9, getraut 2. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Die Richtigkeit wird von der Gemeindevertretung anerkannt.
Bleiwäsche, den 8ten Januar 1899
Die Gemeindevertretung:
Heinrich Hillebrand, J. Tacken, Johann Balkenhol, H. Dietz, A. Finger,
Der Vorsteher Scholand


1899

Der Monat Januar fing mit Schnee und ungestümer Witterung an bis den 12ten, da gab es des Abends um 10 Uhr ein Gewitter und sehr stürmisch. Am 15ten wurde gute Witterung bis den 24sten. Da gab es Nebel und trübe Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Februar fing an mit warmer und guter Witterung bis den 4ten, da gab es Schnee und Frostwetter bis den 10ten. Da gab es wieder gute und warme Witterung bis den 22sten. Da regnete es bis zum 25sten. Am 25sten wurde gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat März fing mit gelindem Frostwetter an bis den 8ten, da gab es gute und warme Witterung bis den 18ten. Da gab es Schnee und auch gelindes Frostwetter bis zum 26sten. Da wurde sehr stürmische Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat April fing mit Regenwetter an bis den 10ten. Da gab es Schnee bis zum 14ten. Da wurde gute Witterung bis den 26sten. Den 26sten gab es Regenwetter bis Ende des Monats.
Der Monat Mai fing mit kalter Witterung und Regenwetter an. Am 7ten wurde gute Witterung bis den 13ten. Da gab es ein Gewitter. Den 14ten gab es gute Witterung bis den 19ten, da gab es Regenwetter bis zum 27sten. Da wurde gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Juni fing mit warmer und guter Witterung an bis den 8ten, da gab es raue und kalte Witterung bis den 12ten. Da gab es Regen bis den 15ten. Den 16ten gab es gute Witterung bis den 22sten. Da gab es Nebel und etwas Regen bis den 26sten. Da gab es gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Juli fing mit rauer und kalter Witterung an bis den 7ten, da gab es Regen bis zum 11ten. Am 13ten gab es ein Gewitter. Den 14ten und 15ten gute Witterung bis den 22sten, da gab es jeden Tag ein Gewitter bis zum 28sten. Da gab es gute Witterung bis zu Ende.
Der Monat August fing an mit guter Witterung bis den 12ten. Da gab es Regen bis zum 13ten. Da gab es wieder gute und warme Witterung bis den 17ten da wurde es rau und kalt bis zum 20sten. Da gab es gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat September fing an mit guter und warmer Witterung bis den 8ten. Den 9ten gab es Regenwetter bis den 22sten. Den 23sten gab es gute Witterung, am 24sten gab es Regenwetter bis den 28sten. Da wurde gute Witterung bis zu Ende.
Der Monat Oktober fing mit guter Witterung an bis den 12ten. Den 13ten und 14ten gab es Regen, den 15ten gute Witterung bis den 29sten. Da gab es Regen bis Ende des Monats.
Der Monat November fing mit guter Witterung an bis den 8ten, da gab es Regenwetter bis den 13ten. Da gab es gute Witterung bis den 22sten. Den 23sten gab es Regenwetter bis zu Ende.
Der Monat Dezember fing mit guter Witterung an. Den 7ten gab es kalte Witterung und blieb auch anhaltend Frostwetter bis den 25sten. Da wurde es etwas gelinder und gab auch etwas Schnee. Den 26sten gab es gute Witterung bis zum 28sten. Da gab es Tauwetter bis Ende des Monats.

Am 8. Oktober des Morgens um 10 Uhr ist Mühle und Wohnhaus des Müllers Ignaz Pieper total abgebrannt. Der Herr Pfarrer Weber wurde im Juli von hier nach Esbeck (bei Lippstadt) versetzt, und die hiesige Pfarrstelle wurde wieder durch den Herrn Pfarrer Lödige besetzt.
Die Ernte war in diesem Jahre eine gute gewesen, aber der lang anhaltende Regen hat hier sehr viel Schaden getan. Das Rauhfutter war hier gut geraten, aber es ist meistenteils faul geworden und die Körner sind im Felde liegen geblieben. Desgleichen ist auch der Hafer viel ausgewachsen. Der Roggen ist gut geraten und gut eingekommen. Heu und Klee sind auch ziemlich gut geraten. Die Kartoffeln sind sehr gut geraten.
Die Martini-Fruchtpreise waren der Centner Roggen 7,20 Mark, Hafer 7,50 Mark, Weizen 8 Mark.
Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1899 sind geboren 13, gestorben 6. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Bleiwäsche, den 6. Januar 1900
Die Gemeindevertretung:
Finger, H. Dietz, J. Balkenhol, B. Wiggen.

1900

Der Monat Januar fing mit gelindem Frostwetter an. Den 2ten gab es Regenwetter bis den 6ten, vom 7ten dann gab es wieder Frostwetter und blieb auch gelinde Kälte bis den 15ten. Den 16ten gab es Regenwetter bis den 24sten. Den 25sten gab es Schnee und gelindes Frostwetter bis Ende des Monats.
Der Monat Februar fing mit gelindem Frostwetter an bis den 6ten. Den 7ten gab es Schnee und kalte Witterung bis den 14ten. Vom 15ten gab es Regenwetter bis den 18ten. Den 19ten gab es beständige gute Witterung bis den 25sten. Am 26sten gab es Regenwetter bis Ende des Monats.
Der Monat März fing mit Kälte und rauer Witterung an bis den 7ten. Den 8ten wurde es warme und gute Witterung bis den 12ten. Am 13ten wurde es sehr rau und kalt und gab fast jeden Tag Schnee bis Ende des Monats.
Der Monat April fing mit sehr rauer und kalter Witterung an bis den 4ten. Den 5ten gab es warme und gute Witterung bis den 7ten. Da gab es Regenwetter bis zum 12ten. Den 13ten gab es den ganzen Tag hindurch Gewitter und sehr rau und kalt. Den 14ten gab es Regenwetter bis den 19ten. Den 20sten gab es warme und gute Witterung bis den 26sten. Am 27sten wurde es sehr rau und kalt und gab noch viel Schnee. Den 28sten wurde es sehr rau und kalt bis Ende des Monats.
Der Monat Mai fing mit trockener Witterung an bis den 8ten. Da gab es ein schweres Gewitter. Den 9ten gab es kühle Witterung bis den 19ten. Den 20sten gab es noch Schnee und sehr kalte Witterung bis den 23sten. Den 24sten gab es gelinde und gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Juni fing mit warmer und guter Witterung an bis den 2ten. Da gab es ein Gewitter. Den 3ten gab es warme und gute Witterung bis den 8ten. Da gab es wieder ein Gewitter. Den 9ten gab es warme und gute Witterung bis den 13ten. Den 14ten gab es ein Gewitter. Den 15ten gab es Regenwetter bis den 23sten. Den 24sten gsb es warme und gute Witterung bis den 26sten. Den 27sten gab es Regenwetter bis Ende des Monats.
Der Monat Juli fing an mit Regenwetter bis den 10ten. Da wurde gute Witterung bis den 20sten. Am 21sten gab es ein Gewitter. Den 22sten gab es gute Witterung bis den 28sten, da gab es ein Gewitter und Regenwetter bis Ende des Monats.
Der Monat August fing mit kalter und regnerischer Witterung an bis den 5ten. Da gab es gute Witterung bis den 8ten. Da gab es Regenwetter bis den 11ten. Da wurde gute Witterung bis den 19ten, da gab es ein Gewitter und Regenwetter bis zum 23sten. Da wurde gute Witterung bis Ende des Monats.

Der Monat September fing an mit kühler und guter Witterung bis den 9ten. Den 10ten Nebel und trübe Witterung bis den 15ten. Da gab es gute Witterung bis den 25sten. Da gab es ein Gewitter. Den 26sten wurde gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Oktober fing mit guter Witterung an bis den 10ten, da gab es Regenwetter bis den 18ten. Den 19ten gab es gute Witterung bis zum 25sten. Am 26sten gab es Regenwetter bis Ende des Monats.
Der Monat November fing mit guter Witterung an bis den 5ten, da gab es Regenwetter bis den 11ten. Da gab es gute Witterung bis zum 17ten. Da gab es Regenwetter bis den 21sten. Da gab es gute Witterung bis Ende des Monats.
Der Monat Dezember fing mit Regenwetter an bis den 8ten. Da gab es gelindes Frostwetter bis den 11ten. Da gab es gute Witterung bis den 16ten. Da gab es sehr stürmische Witterung bis den 23sten. Da gab es gelindes Frostwetter bis Ende des Monats.
Die Reichstagswahl war in diesem Jahre am 5. Dezember. Es ist der hiesigen Gemeinde nochmals eine Hauskollekte von dem Herrn Oberprätendanten zu Münster zur Tilgung der noch rückständigen Kirchenbauschulden in dem Regierungsbezirke Arnsberg gebilligt worden. Dieselbe hat eingebracht 8.500 Mark. Die hiesige Gemeinde hat in diesem Jahre auch mit der Vorarbeitung zu einer Wasserleitung im fiskalischen Walde im Distrikt 13 den Anfang gemacht. Zu dieser Vorarbeit steht der Gemeinde eine Beihilfe von 400 Mark aus dem ….. und von den Kreisüberschüssen des Kreises Büren 100 Mark bewilligt worden.
Die Ernte war in diesem Jahre eine gute zu nennen. Der Roggen war im Winter unter dem Schnee etwas faul geworden und infolge dessen etwas dünn. Die Kartoffeln waren in diesem Jahr ziemlich geraten. Die Martini-Fruchtpreise waren der Centner Roggen 7,50 Mark, der Weizen 8 Mark, der Hafer 3,50 Mark.
Zum Schlusse seien die im Laufe des Jahres vorgekommenen Geburten, Sterbefälle und Kopulationen angeführt: Im Jahre 1900 sind geboren 18, gestorben 16, getraut 5. Bei den Geburten, Sterbefällen und Kopulationen sind Fälle von besonderem Lokalinteresse nicht zu verzeichnen.

Die Richtigkeit wird von der Gemeindevertretung anerkannt.
Bleiwäsche, den 8. Januar 1901
Die Gemeindevertretung:
Johann Balkenhol, Heinrich Dietz, J. Tacken..
Der Vorsteher Scholand